Fliegenspray für Pferde selber machen – 3 bewährte Rezepte
Fliegenspray selbst herstellen spart Geld, vermeidet Chemikalien und lässt sich genau auf dein Pferd abstimmen. Hier findest du drei bewährte Rezepte – vom schnellen Basis-Spray bis zur Variante für empfindliche Pferde – mit allen Zutaten und Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Was du wissen solltest bevor du anfängst
Selbstgemachte Sprays mit bestimmten pflanzlichen Bestandteilen können Fliegen und andere Insekten zeitweise abhalten. Wie gut sie wirken, hängt jedoch von Rezeptur, Konzentration und Insektendruck ab. Bei starkem Insektendruck oder hartnäckigen Bremsen kann die Wirkung selbstgemachter Mischungen begrenzt sein. In solchen Situationen können geprüfte, für Pferde geeignete Repellent-Produkte die verlässlichere Wahl sein.
Wichtige Grundregeln für alle Rezepte:
⚠️ Immer zuerst an einer kleinen Hautstelle testen – auch Naturprodukte können Reizungen verursachen
⚠️ Niemals auf Schleimhäute, Augen, Nüstern oder offene Wunden auftragen
⚠️ Sattel- und Gurtlage aussparen – ätherische Öle können durch Reibung Wärme erzeugen
⚠️ Vor jeder Anwendung gut schütteln – Öl und Wasser verbinden sich nicht dauerhaft
⚠️ Nicht bei tragenden Stuten oder Fohlen anwenden ohne tierärztliche Rücksprache
⚠️ Bei ätherischen Ölen auf mögliche Lichtempfindlichkeit und Hautreizungen achten und sie nur ausreichend verdünnt verwenden.
Rezept 1 – Das Basis-Spray (schnell & günstig)
Für 1 Liter Spray brauchst du:
500 ml Bio-Apfelessig
500 ml schwarzen Tee (stark gebrüht, abgekühlt)
20 Tropfen Citronellaöl
10 Tropfen Lavendelöl
10 Tropfen Eukalyptusöl
Anleitung:
- Schwarzen Tee aufbrühen, 15 Minuten ziehen lassen, vollständig abkühlen lassen
- Tee und Apfelessig in eine Sprühflasche füllen
- Ätherische Öle dazugeben
- Flasche gut verschließen und kräftig schütteln
- Vor jeder Anwendung erneut schütteln
Haltbarkeit: 7-10 Tage, kühl und lichtgeschützt aufbewahren.
Wirkdauer: Die Schutzwirkung selbstgemachter Sprays kann je nach Insektendruck, Wetter, Schwitzen und Zusammensetzung deutlich schwanken. Bei nachlassender Wirkung bei Bedarf erneut auftragen.
Tipp für helle Pferde: Schwarzer Tee kann abfärben – grünen oder Kamillentee verwenden.
Rezept 2 – Das Knoblauch-Spray (stärker gegen Mücken)
Für 1 Liter Spray brauchst du:
500 ml Bio-Apfelessig
500 ml Wasser
4 Knoblauchzehen (gepresst oder grob zerkleinert)
10 Tropfen Lavendelöl
10 Tropfen Teebaumöl
5 Tropfen Nelkenöl
Anleitung:
- Apfelessig und Wasser mischen
- Knoblauch hinzugeben und 1-2 Tage ziehen lassen
- Knoblauch durch ein Sieb abfiltern
- Ätherische Öle einrühren
- In Sprühflasche füllen und gut schütteln
Haltbarkeit: 5-7 Tage im Kühlschrank.
Wirkdauer: Die Schutzwirkung selbstgemachter Sprays kann je nach Insektendruck, Wetter, Schwitzen und Zusammensetzung deutlich schwanken. Bei nachlassender Wirkung bei Bedarf erneut auftragen.
Tipp: Nicht mehr als 2-3 verschiedene ätherische Öle mischen – das Pferd hat eine sehr feine Nase und zu viele Gerüche können es belasten.

Rezept 3 – Das sanfte Spray für empfindliche Pferde
Für 500 ml Spray brauchst du:
300 ml destilliertes Wasser oder Kamillentee (abgekühlt)
150 ml Bio-Apfelessig
2 EL Kokosöl (leicht erwärmt damit es flüssig ist)
15 Tropfen Lavendelöl
10 Tropfen Geraniumöl
Anleitung:
- Kamillentee aufbrühen und vollständig abkühlen lassen
- Apfelessig und Kokosöl gut verrühren
- Tee dazugeben und mischen
- Ätherische Öle einrühren
- In Sprühflasche füllen – vor jedem Gebrauch schütteln
Haltbarkeit: 7 Tage kühl aufbewahren.
Wirkdauer: Die Schutzwirkung selbstgemachter Sprays kann je nach Insektendruck, Wetter, Schwitzen und Zusammensetzung deutlich schwanken. Bei nachlassender Wirkung bei Bedarf erneut auftragen.
Besonders geeignet für: Pferde mit empfindlicher Haut, Sommerekzemer (nur auf gesunde Hautstellen), Pferde die auf stärkere Gerüche empfindlich reagieren.
Das brauchst du für selbstgemachtes Fliegenspray
Für alle drei Rezepte brauchst du nur wenige Zutaten und Hilfsmittel, die meisten davon hast du vielleicht schon zuhause. Hier die Übersicht, damit du bei Bedarf gezielt nachbestellen kannst.
| Benötigt | Wofür? | Empfehlung | Link |
|---|---|---|---|
| Sprühflasche | Zum Abfüllen und Auftragen des fertigen Sprays (alle Rezepte) | 500–1000 ml, leer, wiederverwendbar, feiner Sprühkopf | Bei Amazon ansehen* |
| Bio-Apfelessig | Basis-Flüssigkeit in allen drei Rezepten | naturtrüb, unpasteurisiert, Bio-Qualität | Bei Amazon ansehen* |
| Ätherische Öle | Bestandteile je nach Rezept – z. B. Lavendel, Eukalyptus, Zitronengras oder Teebaum je nach Rezept | naturrein, als Set mit mehreren Sorten erhältlich | Bei Amazon ansehen* |
| Trichter & Sieb | Zum Abseihen von Knoblauch (Rezept 2) und sauberen Abfüllen in die Sprühflasche | Edelstahl, mit herausnehmbarem Siebeinsatz | Bei Amazon ansehen* |
| Kokosöl | Basis für das sanfte Rezept für empfindliche Pferde (Rezept 3) | nativ, kaltgepresst, Bio-Qualität | Bei Amazon ansehen* |
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Selbermachen ist dir doch zu aufwendig? Dann findest du hier fertige Fliegensprays im Vergleich.
Welche ätherischen Öle eignen sich?
✅ Citronellaöl – wird häufig in pflanzlichen Insektenrepellentien eingesetzt
✅ Lavendelöl – Bestandteil mancher pflanzlicher Mischungen; intensiv duftend
✅ Eukalyptusöl – wird ebenfalls in Duft-/Repellentmischungen verwendet
✅ Geraniumöl – Bestandteil verschiedener pflanzlicher Repellentmischungen
✅ Rosmarinöl – kann als Duftbestandteil verwendet werden
✅ Schwarzkümmelöl – eher als Pflege-/Ölkomponente einzuordnen
Mit Vorsicht verwenden:
⚠️ Teebaumöl – wirksam aber stark, gut verdünnen
⚠️ Nelkenöl – sehr intensiv, nur wenige Tropfen
⚠️ Neemöl – stark wirksam aber nicht für empfindliche Pferde
Alternative: Fliegenspray als Gel
Wer kein Spray mag kann die gleiche Basis-Mischung mit einem Schwamm oder Tuch auftragen. Für eine cremige Konsistenz etwas Bienenwachs in einem Wasserbad schmelzen, die Öl-Essig-Mischung einrühren und abkühlen lassen. Das Gel lässt sich besonders gut am Kopf und an empfindlichen Stellen auftragen.
✅ Lieber ein fertiges Spray kaufen?
Wer keine Zeit zum Selbermachen hat findet im Vergleich die besten natürlichen und synthetischen Fliegensprays mit aktuellem Preischeck bei Amazon.
→ Zum Fliegenspray VergleichHäufige Fragen
Wie lange hält selbstgemachtes Fliegenspray?
7-10 Tage bei kühler, lichtgeschützter Lagerung. Am besten in kleinen Mengen frisch ansetzen – ein Liter reicht für etwa eine Woche.
Wirkt selbstgemachtes Spray auch gegen Bremsen?
Nur begrenzt. Bremsen reagieren weniger auf Gerüche. Pflanzliche Sprays können Bremsen etwas abhalten aber für starken Bremsenschutz brauchst du synthetische Wirkstoffe wie Icaridin oder DEET.
Kann ich dasselbe Spray auch für mich selbst verwenden?
Grundsätzlich ja – Viele der verwendeten Zutaten kommen auch in Produkten für Menschen vor. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Mischung für die menschliche Haut automatisch geeignet ist. Besonders ätherische Öle können je nach Konzentration Hautreizungen oder Unverträglichkeiten auslösen. Aber: Die Konzentration für Pferde kann auf Menschenhaut stärker reizen, besonders Nelken- oder Teebaumöl.
Mein selbstgemachtes Spray hat Schlieren im Fell hinterlassen – was tun?
Das kommt vom Öl-Anteil. Weniger Öl verwenden oder den Spray dünner aufsprühen. Auch Kokosöl kann bei kühlem Wetter fest werden – etwas anwärmen bevor du es zur Mischung gibst.
Darf ich selbstgemachtes Spray vor dem Turnier verwenden?
Vorsicht – Sprays mit ätherischen Ölen wie Lavendelöl oder Nelkenöl unterliegen einer Karenzzeit von 48 Stunden vor dem Turnier. Mehr dazu auf unserer Seite zu Fliegenspray vor dem Turnier.
Fazit
Selbstgemachtes Fliegenspray ist günstig, natürlich und individuell anpassbar. Das Basis-Rezept mit Apfelessig, schwarzem Tee und Citronellaöl reicht für die meisten Pferde völlig aus. Für empfindliche Pferde empfiehlt sich die sanfte Kamillentee-Variante mit Lavendel- und Geraniumöl. Wer gegen Bremsen kämpft sollte auf ein synthetisches Spray zurückgreifen – oder die DIY-Variante mit einer Zebramuster Fliegendecke kombinieren.
Hinweis: Die hier beschriebenen Rezepte sind allgemeine DIY-Anregungen und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Auch natürliche Inhaltsstoffe und ätherische Öle können Hautreizungen oder Unverträglichkeiten verursachen. Teste eine neue Mischung zunächst an einer kleinen Hautstelle und verwende sie nicht auf gereizter oder verletzter Haut sowie im Bereich von Augen, Nüstern und Schleimhäuten. Die Anwendung erfolgt in eigener Verantwortung.