Gamaschen verrutschen beim Pferd – Ursachen & Lösungen

Verrutschende Gamaschen sind nicht nur ärgerlich – sie können dem Pferd aktiv schaden. Scheuerstellen, Druckpunkte und eingeschränkte Bewegung sind die Folge. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen liegt es an einem der vier häufigen Fehler, die sich schnell beheben lassen.


Die 4 häufigsten Ursachen

1. Falsche Größe

Die häufigste Ursache. Zu große Gamaschen können nicht fest genug sitzen und verrutschen bei jeder Bewegung. Zu kleine Gamaschen lassen sich nicht ausreichend fixieren ohne einzuschnüren – und verrutschen dann trotzdem.

Faustregel: Nach dem Anlegen sollte sich die Gamasche nicht mehr am Bein drehen lassen. Lässt sie sich verschieben, ist sie zu groß oder zu locker.

2. Klettverschluss zu locker angelegt

Viele Reiter ziehen die Klettverschlüsse zu zaghaft zu – aus Angst die Gamasche sitzt zu fest. Richtig ist: Der Klettverschluss wird mit ordentlichem Zug geschlossen, aber ohne bewusst viel Kraft aufzuwenden. Danach prüfen ob sich die Gamasche noch verschieben lässt.

Wichtig: Der Verschluss zeigt immer nach außen und nach hinten. So kann das Pferd die Gamasche beim Streifen der Beine nicht selbst öffnen.

3. Verschluss falsch herum angelegt

Ein häufiger Anfängerfehler. Zeigt der Klettverschluss nach innen oder vorne, kann sich das Pferd die Gamasche beim Laufen selbst aufmachen – besonders bei Pferden die eng laufen oder streifen.

Die Grundregel: Klettverschlüsse immer außen, zeigen nach hinten oder unten. Bei Gamaschen mit Schutzlasche zeigt diese nach unten.

4. Schmutz oder Sand unter der Gamasche

Dreck zwischen Gamasche und Pferdebein wirkt wie Schmirgelpapier. Die Gamasche rutscht leichter und verursacht Scheuerstellen. Deshalb gilt: Pferdebein immer gründlich putzen bevor Gamaschen angelegt werden.

Tipp: Gamasche etwas über der gewünschten Position ansetzen und dann am Bein entlang nach unten gleiten lassen – so wird Dreck nicht unter die Gamasche gedrückt.

So prüfst du ob Gamaschen richtig sitzen

✅ Dreh-Test: Gamasche am Bein drehen – sie darf sich nicht verschieben lassen
✅ Finger-Test: Zwei Finger flach unter den Verschluss schieben – passt es knapp, sitzt sie richtig
✅ Verschluss-Check: Klettverschluss zeigt nach außen und nach hinten – nie nach innen

✅ Gamaschen verrutschen trotzdem?

Manchmal liegt es am Modell – nicht an der Technik. Im Vergleich findest du Gamaschen die auch bei intensiver Bewegung zuverlässig sitzen bleiben.→ Zum Gamaschen Vergleich


Häufige Fragen

Warum verrutschen Gamaschen bei manchen Pferden mehr als bei anderen?

Pferde mit sehr schlanken oder sehr runden Röhrbeinen machen es schwerer eine perfekt sitzende Gamasche zu finden. Hier hilft oft ein Modell mit anatomischem Schnitt oder verstellbaren Verschlüssen.

Können Gamaschen beim Reiten aufgehen?

Ja – wenn der Verschluss nach innen zeigt. Streifen die Beine aneinander verhaken sich die Klettverschlüsse und öffnen sich. Verschluss immer nach außen und nach hinten – dann passiert das nicht.

Wie oft soll ich den Sitz der Gamaschen kontrollieren?

Beim Training einmal nach den ersten Minuten kurz absitzen und kontrollieren. Bei längeren Einheiten oder auf der Weide regelmäßig prüfen – besonders bei feuchtem Wetter da Gamaschen dann leichter rutschen.

Sind manche Gamaschen-Modelle besser gegen Verrutschen?

Ja. Modelle mit mehreren Verschlüssen, anatomischem Schnitt und griffigen Innenmaterialien sitzen deutlich stabiler. Günstige Einsteigermodelle mit nur einem breiten Klettverschluss verrutschen häufiger.

Fazit

Gamaschen verrutschen fast immer aus einem von vier Gründen: falsche Größe, zu locker angezogen, falscher Verschluss oder Schmutz darunter. Mit den richtigen Handgriffen und dem passenden Modell sitzt die Gamasche zuverlässig – bei jedem Training.