Regendecke oder Winterdecke – was brauche ich wann?

Regendecke oder Winterdecke – viele verwechseln die Begriffe oder nutzen falsche Decken für die Situation. Das kann das Pferd nass und kalt werden lassen oder überhitzen. Hier ist die klare Abgrenzung.

Regendecke vs Winterdecke – der sichtbare Unterschied in der Füllung

Der grundlegende Unterschied

Regendecke: Wasserdicht, keine oder minimale Füllung (0-50g). Schützt vor Nässe und Wind – aber nicht vor Kälte.

Winterdecke: Wasserdicht + Füllung (100-400g). Schützt vor Nässe, Wind UND Kälte.

RegendeckeWinterdecke
Wasserschutz✅ Ja✅ Ja
Windschutz✅ Ja✅ Ja
Wärmeschutz❌ Minimal✅ Ja
Füllung0-50g100-400g
Typische TempsÜber 8°CUnter 8°C

Wann Regendecke – wann Winterdecke?

Regendecke – richtig bei:

✅ Regen bei Temperaturen über 8°C
✅ Ungeschorene Pferde die nur Nässeschutz brauchen aber nicht frieren
✅ Windschutz ohne Wärme
✅ Frühling und Herbst bei mildem Wetter mit Regen
✅ Als äußere Schicht über einer Stalldecke

Winterdecke – richtig bei:

✅ Temperaturen unter 8°C – besonders bei Frost
✅ Geschorene Pferde ab 5°C
✅ Ungeschorene kälteempfindliche Pferde bei längerem Frost
✅ Ältere oder kranke Pferde
✅ Offenstall ohne ausreichend Schutz

Die typischen Situationen im Jahresverlauf

September/Oktober – milder Herbst

Ungeschorene Pferde: Regendecke bei Regen – keine Decke bei trockenem Wetter. Geschorene Pferde: Leichte Winterdecke 50-100g wenn kühler.

Oktober/November – wechselhafter Herbst

Ungeschorene: Regendecke bei Regen, leichte Winterdecke bei Frost. Geschorene: Winterdecke 100-150g je nach Temperatur.

Dezember bis Februar – Winter

Ungeschorene: Bei normalen Temperaturen oft nur Regendecke oder 100g ausreichend. Bei strengem Frost Winterdecke. Geschorene: Immer Winterdecke, Füllung je nach Temperatur.

März/April – Frühling

Regendecke für kühle Regentage reicht meist wieder aus. Decke schrittweise reduzieren wenn Temperaturen steigen.

Pferd mit Regendecke im Herbstregen – schützt vor Nässe ohne zu überhitzen

Brauche ich beide?

Nicht unbedingt. Drei Optionen:

Option 1 – Zwei separate Decken: Regendecke für milde Regentage, Winterdecke für kalte Tage. Vorteil: optimale Decke für jede Situation. Nachteil: zwei Decken kaufen, waschen, lagern.

Option 2 – Kombi-System: Regendecke plus abnehmbare Unterdecke. Unterdecke je nach Temperatur dazu oder weglassen. Sehr flexibel.

Option 3 – Nur Winterdecke: Eine mittelschwere Winterdecke (150-200g) für alles. Reicht für die meisten deutschen Winter aus wenn man nicht allzu flexibel umdecken möchte.

Häufige Fragen

Kann ich die Winterdecke auch im Herbst verwenden?

Ja – aber bei wärmeren Herbsttagen kann sie zu warm sein. Pferd auf Schwitzen kontrollieren.

Mein Pferd bekommt mit Regendecke trotzdem nasse Beine – normal?

Ja – Regendecken schützen Rücken und Flanken, aber nicht die Beine. Nasse Beine bei Regen sind normal und für gesunde Pferde kein Problem.

Wie erkenne ich ob meine Regendecke noch wasserdicht ist?

Wassertest: Wasser auf die trockene Decke träufeln. Perlt es ab – gut. Zieht es ein – Imprägnierung auffrischen.

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Fazit

Regendecke = Nässeschutz ohne Wärme für milde Temperaturen. Winterdecke = Nässeschutz plus Wärme für kalte Temperaturen. Wer flexibel sein will wählt ein Kombi-System mit Unterdecke – das löst beide Anforderungen.