Pferd mag kein Fliegenspray – was tun?
Viele Pferde reagieren auf Fliegenspray mit Flucht, Schrecken oder Abwehr. Das ist kein Eigensinn – sondern oft eine verständliche Reaktion auf Geräusch, Geruch oder Druck. Mit ein paar Übungen lässt sich das in den meisten Fällen lösen.

Warum Pferde kein Fliegenspray mögen
Das Zischgeräusch
Das Sprühgeräusch klingt für Pferde wie das Zischen einer Schlange oder eines anderen Bedrohungssignals. Besonders sensible Pferde erschrecken schon beim ersten Zischen und verbinden das dann dauerhaft mit dem Einsprühen.
Der Geruch
Viele Fliegensprays – besonders synthetische mit DEET oder Permethrin – riechen für Pferde sehr intensiv. Pferde haben ein deutlich feineres Geruchssystem als Menschen und reagieren auf starke Gerüche oft mit Unruhe.
Kalte Flüssigkeit
Ein kaltes Spray direkt aufs Fell kann unangenehm sein – besonders bei empfindlichen Pferden oder an Stellen die das Pferd nicht mag wie Bauch oder Beine.
Schlechte Erfahrungen
Wenn das Einsprühen früher mit Festhalten, Stress oder unangenehmem Erlebnis verbunden war, entsteht eine Abwehrhaltung die sich nur langsam wieder auflösen lässt.
So gewöhnst du dein Pferd ans Einsprühen
Schritt 1 – Mit leerer Flasche beginnen
Eine leere Sprühflasche mit Wasser füllen. Damit in der Nähe des Pferdes sprühen ohne es zu treffen – nur das Geräusch gewöhnen. Wenn das Pferd ruhig bleibt: loben und Pause.
Schritt 2 – Erst auf dich selbst sprühen
Spray auf die eigene Hand sprühen und dann mit der Hand am Pferd auftragen. So entfällt das direkte Sprühgeräusch am Pferdekörper komplett.
Schritt 3 – Neutrale Körperstellen zuerst
Mit dem Hals oder der Schulter beginnen – Stellen die das Pferd gut toleriert. Nicht sofort Bauch oder Beine. Kurz sprühen, loben, aufhören bevor das Pferd unruhig wird.
Schritt 4 – Regelmäßig wiederholen
Täglich kurze Einheiten sind besser als einmal pro Woche intensiv üben. Nach 2-3 Wochen sind die meisten Pferde deutlich entspannter beim Einsprühen.

Alternativen für sehr sensible Pferde
Wenn das Einsprühen auch nach langer Gewöhnung nicht funktioniert, gibt es gute Alternativen:
🧴 Spray auf Schwamm oder Tuch – statt direkt einsprühen aufwischen. Kein Geräusch, kein Druck.
🖐️ Spray auf die eigene Hand – dann am Pferd verreiben. Besonders für Kopf und Gesicht geeignet.
🧴 Gel statt Spray – Insektenschutz-Gele haben keinen Sprühdruck und eignen sich gut für empfindliche Pferde. Mit Schwamm oder Bürste auftragen.
💧 Spray wechseln – ein geruchsärmeres oder pflanzliches Spray wird oft besser toleriert als synthetische Varianten.
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Mein Pferd schlägt nach mir wenn ich einsprühe – was tun?
Sicherheit geht vor. Nie einsprühen wenn das Pferd sich aktiv zur Wehr setzt. Zuerst die Gewöhnung üben bevor du wieder versuchst einzusprühen. Im Zweifel Gel oder Tuch-Methode verwenden.
Hilft es das Pferd festzuhalten?
Nein – Festhalten beim Einsprühen verstärkt die negative Assoziation. Das Pferd muss lernen dass es kein Grund zur Flucht gibt. Desensibilisierung immer freiwillig und in Ruhe.
Ab wann sollte ich einen Trainer hinzuziehen?
Wenn das Pferd panisch reagiert oder nach mehreren Wochen Übung keine Verbesserung eintritt. Ein erfahrener Natural Horsemanship Trainer kann gezielt helfen.
Gibt es eine sprühfreie Alternative die genauso gut schützt?
Gel-Produkte mit Icaridin oder Permethrin schützen genauso zuverlässig wie Sprays – ohne Geräusch und Druck. Für viele sensible Pferde die bessere Wahl.
Fazit
Pferde die kein Fliegenspray mögen reagieren meistens auf das Geräusch, den Geruch oder schlechte Erfahrungen. Mit geduldiger Gewöhnung in kleinen Schritten lässt sich das bei den meisten Pferden lösen. Wer keine Zeit für die Gewöhnung hat wechselt einfach auf ein Gel oder die Tuch-Methode.